Wie funktioniert Hypnose?
Hypnose ist eine seit vielen Jahren wissenschaftlich fundierte und bewährte Methode, die erfolgreich in der Psychotherapie sowie in medizinischen und zahnmedizinischen Bereichen angewendet wird. Sie hat sich sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen in verschiedenen Anwendungsfeldern als wirksam erwiesen.
Aber wie funktioniert Hypnose eigentlich?
In der Hypnose wird der Klient anhand einer sogenannten “hypnotischen Induktion” durch eine Reihe von Entspannungstechniken geführt, um den bewussten Geist zu beruhigen und den Zugang zum Unterbewusstsein zu erleichtern.
Er erreicht dadurch den Zustand der “Trance”. Während der Trance ist das Unterbewusstsein besonders suggestibel. Somit können tief verwurzelte Verhaltensmuster und emotionale Blockaden aufgelöst werden. Außerdem können dabei gezielte Suggestionen eingegeben werden, die dem Klienten helfen, gewünschte Veränderungen zu bewirken, wie das Auflösen von Ängsten, Stressbewältigung oder das Überwinden von Suchtverhalten.
Medizinische Hypnose ist eine der intensivsten, effektivsten, schnellsten und auch nachhaltigsten Methoden moderner Psychotherapie, welche längst wissenschaftlich belegt wurde. Es ist eine anerkannte und etablierte Form der Kurzzeittherapie.
In einer Vergleichsstudie von Alfred A. Barrios (PhD.) aus dem Jahr 2007 wurde die Genesungsrate verschiedener Psychotherapieformen und der Anzahl der dazu nötigen Sitzungen gegenübergestellt. Dabei wurden folgende Genesungsraten festgestellt:
Schon gewusst?
Psychoanalyse
38 % der Menschen haben nach 600 Sitzungen eine Lösung erreicht.
Klassische Verhaltenstherapie
72 % der Menschen haben nach 22 Sitzungen eine Lösung erreicht.
Hypnosetherapie
93 % der Menschen haben nach 6 Sitzungen eine Lösung erreicht.
Hypnose als effektives Tool der Psychotherapie
Hypnose ist in der Psychotherapie längst ein etabliertes Werkzeug, das Menschen dabei unterstützt, tiefgreifende Veränderungen auf mentaler und emotionaler Ebene zu erreichen. Die Arbeit mit Hypnose eröffnet den Zugang zu unbewussten Prozessen und kann dabei helfen, Blockaden zu lösen, Ängste zu überwinden und neue Verhaltensmuster zu etablieren. Doch was steckt hinter dieser faszinierenden Technik?
Tranceinduktion – Der Einstieg in die Hypnose
Der erste Schritt in die Hypnose ist die sogenannte Tranceinduktion, bei der der Klient in einen entspannten, fokussierten Zustand versetzt wird. In diesem Zustand ist das Bewusstsein weniger aktiv, und das Unterbewusstsein rückt in den Vordergrund. Es gibt verschiedene Methoden der Tranceinduktion, von sanften, schrittweisen Techniken bis hin zu Blitzhypnosen, bei denen die Hypnose innerhalb weniger Sekunden eingeleitet wird.
Dave Elman, ein bekannter Hypnotiseur und Ausbilder, hat mit seiner Induktion eine besonders schnelle und effektive Methode entwickelt, um Menschen in den Trancezustand zu versetzen. Diese Technik nutzt gezielte Suggestionen und körperliche Interventionen, um den Geist in einen Zustand tiefer Entspannung und Konzentration zu führen.
Schritt 1: Der Klient sitzt bequem, atmet ruhig und schließt die Augen. Er konzentriert sich auf seine Augenlider und Gesichtsmuskulatur, stellt sich vor, dass seine Lider fest verschlossen sind und sich nicht mehr öffnen lassen. Der Therapeut fordert ihn auf, dies zu überprüfen, und er soll spüren, wie das entspannte Gefühl seinen ganzen Körper durchströmt.
Schritt 2: Der Therapeut lässt den Klienten kurz die Augen öffnen und wieder schließen, wobei das entspannende Gefühl jedes Mal intensiver wird. Umgebungsgeräusche wie Straßenlärm sollen die Entspannung noch vertiefen.
Schritt 3: Der Therapeut hebt leicht die Hand des Klienten und lässt sie wieder fallen oder der Patient stellt es sich vor. Er stellt sich vor, dass die Hand schwerer wird und sinkt noch tiefer in die Entspannung. Dies fördert tiefe körperliche Entspannung.
Schritt 4: Der Klient zählt rückwärts von 100. Mit jeder Zahl wird die Entspannung verstärkt, bis die Zahlen bei 98 oder früher „verschwinden“. Sobald dies bestätigt wird, ist eine gewisse geistige Entspannung vorhanden und die Trance eingeleitet.
Die Frequenzen des Gehirns verändern sich
Gehirnwellen sind elektrische Schwingungen im Gehirn, die die Kommunikation zwischen Nervenzellen steuern. Sie variieren je nach Bewusstseinszustand und können während der Hypnose gemessen und beeinflusst werden. Jede Art von Gehirnwellen hat eine spezifische Frequenz und spielt eine unterschiedliche Rolle in unseren mentalen und emotionalen Prozessen.
Delta-Wellen
(0,5-4 Hz)
Diese langsamen Wellen treten im Tiefschlaf auf und sind entscheidend für Regeneration und Heilung.
Theta-Wellen
(4-8 Hz)
Theta-Wellen sind mit Kreativität, Träumen und leichten Trancezuständen verbunden. Diesen Zustand möchten wir für die Hypnose erreichen.
Alpha-Wellen
(8-12 Hz)
Alpha-Wellen sind typisch für Entspannungsphasen und leichte Meditation. Sie fördern einen ruhigen, aber wachen Zustand des Geistes.
Beta-Wellen
(12-30 Hz)
Diese Wellen sind im normalen Wachzustand aktiv und stehen für konzentriertes Denken, Problemlösung und aktive geistige Arbeit.
Gamma-Wellen
(30-100 Hz)
Gamma-Wellen treten bei hohen kognitiven Leistungen auf und sind für die Verarbeitung komplexer Informationen verantwortlich.
Die elektrische Aktivität des Gehirns kann mithilfe der Elektroenzephalografie (EEG) gemessen werden. In der Forschung zeichnet es die verschiedenen Gehirnwellen auf und hilft dabei, den hypnotischen Zustand des Klienten zu überwachen. Während der Hypnose befinden sich die Gehirnwellen meist im Theta-Bereich. Dieser Zustand ähnelt der tiefen Entspannung, die man auch während der Meditation oder im Tagtraum erlebt. Theta-Wellen fördern Kreativität und Einsicht und ermöglichen einen reduzierten Bewusstseinszustand, der ideal für therapeutische Veränderungen ist. Die Theta-Wellen werden in zwei Kategorien unterteilt:
Theta 1 = tiefe Trancezustände
Theta 2 = leichte bis mittlere Trancezustände
Die meisten Menschen erreichen nach der Induktion eine mittlere Trance und sind bereit für die weitere therapeutische Arbeit. In diesen Zuständen können Blockaden bearbeitet und tief sitzende emotionale Themen gelöst werden.
Welche Arten von Hypnose gibt es?
Selbsthypnose
Hypnose ist nicht nur ein therapeutisches Tool, sondern kann auch als Selbsthypnose genutzt werden. Viele Menschen erlernen Techniken, um sich selbst in Trance zu versetzen und dadurch Stress zu reduzieren, ihre Konzentration zu verbessern oder persönliche Ziele zu erreichen. Selbsthypnose ist eine kraftvolle Methode der Selbstregulation, die den Zugang zu den eigenen unbewussten Ressourcen fördert.
Hypnose mit Suggestionen
Die Hypnose mit Suggestion ist eine der bekanntesten und am häufigsten genutzten Formen der Hypnose. Der Klient wird in einen Trancezustand versetzt, und der Hypnosetherapeut gibt gezielte, positive Suggestionen, die das Verhalten oder Denken des Klienten beeinflussen sollen. Für mehr Selbstbewusstsein sagt der Therapeut zum Beispiel:
„Du bist stark und in der Lage, jede Herausforderung zu meistern.“
„Mit jedem Tag fühlst du dich selbstbewusster und sicherer in deinen Entscheidungen.“
„Du strahlst Selbstsicherheit und innere Ruhe aus.“
Je nach Thema, das bearbeitet werden soll, passt der Therapeut die Suggestionen an. In der Trance ist das Unterbewusstsein besonders empfänglich für diese Suggestionen, was tiefgreifende Veränderungen ermöglichen kann. Viele Hypnosetherapeuten arbeiten ausschließlich mit Suggestionshypnosen. Manchmal reicht es allerdings nicht aus, mit reinen Suggestionen zu arbeiten, da das Problem eine tiefreichende Ursache hat, welches sozusagen an der Wurzel aufgelöst werden muss.
Hypnoanalyse (Regression)
Hypnoanalyse ist die Königsklasse der modernen Hypnotherapie und ist ein aufdeckendes Hypnoseverfahren. Man spricht bei der Hypnoanalyse auch häufig von einer Regression. Denn in diesem therapeutischen Ansatz wird die hypnotische Trance genutzt, um vergangene Erlebnisse und unbewusste Konflikte aufzudecken, die sich im gegenwärtigen Verhalten oder emotionalen Problemen widerspiegeln. Häufig sind es Erlebnisse, die weit in unsere Jugend oder Kindheit zurückreichen - die wir schon längst vergessen oder verdrängt haben.
Diese wunden Punkte in der Lebensgeschichte werden anschließend mit verschiedenen Werkzeugen aus dem hypnoanalytischen Repertoire bearbeitet. Das Ziel ist, die dort aufgestauten negativen Emotionen zu lösen und dauerhaft aufzulösen. Durch die gezielte Bearbeitung dieser Themen im Trancezustand kann der Klient Einsichten gewinnen und alte Muster auflösen, was zu tiefgreifenden und nachhaltigen Veränderungen führen kann.
Mein Ansatz
In meinen Sitzungen kombiniere ich die Hypnoanalyse (Regression) mit Suggestionen. Zusätzlich ergänze ich dies durch Techniken aus der modernen kognitiven Verhaltenstherapie, unter anderem um die Werte und Ziele meiner Klienten präzise zu erfassen. So kann ich die Suggestionen individuell und wirkungsvoll auf meine Klienten abstimmen.
Hast du innere Blockaden, Ängste oder Selbstzweifel? Möchtest du an dir arbeiten oder ein Verhalten ändern? Buche jetzt dein kostenloses Erstgespräch bei mir und wir besprechen dein Anliegen in Ruhe.
Anwendungsgebiete der Hypnosetherapie
Hypnose ist ein effektives Werkzeug, um Gewohnheiten abzulegen, die Selbstheilung zu fördern, emotionale Probleme und Blockaden aufzulösen, Ursachen offenzulegen und die eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Sie kann bei einer Vielzahl von psychischen und auch physischen Beschwerden eingesetzt werden, darunter:
Angststörungen und Phobien
Depressionen und emotionale Blockaden
Schlafstörungen
Schmerzmanagement
chronische Erkrankungen
Suchtbehandlung (z. B. Esssucht oder Raucherentwöhnung)
Selbstwert und Selbstvertrauen
Stressbewältigung und Entspannung (u.a. in der Burnout-Prävention und -Behandlung)
Konzentrationsprobleme
Steigerung des beruflichen Erfolgs (Überwindung von Selbstzweifeln, Prokrastinierung usw.)
Förderung der Fruchtbarkeit
Traumabewältigung
Beziehungsprobleme und Paartherapie
Förderung der persönlichen Entwicklung und Zielerreichung
Menstruationsbeschwerden (u.a. PMS, PMDS)
Steigerung der sexuellen Gesundheit und Libido
Gibt es Unterschiede in der Hypnosebehandlung?
Immer wieder begegne ich Klientinnen und Klienten, die mich fragen, ob eine Hypnosebehandlung für sie sinnvoll ist, da sie bereits früher Hypnosen hatten, jedoch keine signifikanten Veränderungen feststellen konnten. Um diese Frage zu beantworten, ist es wichtig zu verstehen, dass es nicht "die eine" Hypnosetherapie gibt, sondern eine Vielzahl verschiedener Methoden, Ansätze und Techniken. Jeder Hypnosetherapeut setzt dabei unterschiedliche Schwerpunkte in seiner Arbeit.
Viele Hypnotiseure arbeiten immer noch mit reinen Suggestionshypnosen, bei denen von vorgefertigten Skripten abgelesen wird, in der Hoffnung, Symptome wie Schmerzen oder Ängste positiv zu beeinflussen. Diese Art der Hypnose allein ist jedoch meist wenig zielführend, da sie nicht an die Wurzel des Problems gelangt. Denn dazu ist eine Regression notwendig.
Andere Anwender von Hypnose konzentrieren sich hauptsächlich auf die Entspannungsreaktion, setzen Techniken aus dem NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) ein oder führen Fantasiereisen und Imaginationen durch, wodurch sich der Klient zwar entspannen, jedoch nicht seine tieferen Lebenserfahrungen verarbeiten kann. Einige Hypnotiseure sind zudem auf spezifische Bereiche wie Gewichtsreduktion oder Rauchentwöhnung spezialisiert, verfügen aber nicht über die erforderliche langjährige Ausbildung, um klinische Hypnosetherapie oder die Behandlung von Phobien und Depressionen professionell durchzuführen.
Wenn also bisher keine großen Veränderungen eingetreten sind, kann ein erneuter Versuch mit einem professionellen Hypnosetherapeuten sinnvoll sein. Ich berate dich gerne dazu.
Hypnose - ein mächtiges Werkzeug
Hypnose ist ein mächtiges Werkzeug, um tiefsitzende Verhaltensmuster zu verändern und das emotionale und körperliche Wohlbefinden zu verbessern. Sie ist eine effektive Methode, die in vielen Bereichen des Lebens positive Veränderungen fördern kann. Wenn du auf der Suche nach einer ergänzenden oder alternativen Therapieform bist, könnte Hypnosetherapie ein geeigneter Weg für dich sein.
Buche jetzt dein kostenloses Erstgespräch bei mir. Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen!
Häufige Fragen & Antworten
-
Hypnose ist ein sehr angenehmer Zustand körperlicher Entspannung. Man erlebt gleichzeitig eine mentale Wachheit und Klarheit. In diesem Bewusstseinszustand erhalten wir Zugang zu den eigenen Gefühlen, sodass wir diese sehr deutlich erfahren können.
-
Manche Menschen sind tatsächlich besser hypnotisierbar als andere. Nicht alle Menschen erreichen sofort eine tiefe Trance. Dies ist aber für eine erfolgreiche Therapie mit Hypnose nicht unbedingt erforderlich. Wenn anfangs gar keine Trance erreicht wird, kann es hilfreich sein, den Trancezustand zu "üben" (z. B. indem man sich täglich eine Entspannungshypnose anhört).
-
Nein, das ist ein Mythos. Bei der therapeutischen Hypnose besteht zwischen Therapeut und Klient eine gegenseitig vertrauensvolle und verantwortungsvolle therapeutische Beziehung. Der Therapeut verwendet Suggestionen, die du akzeptieren oder ablehnen kannst. Der Therapeut hat also keine Kontrolle über dich. Du kannst zu jedem Zeitpunkt entscheiden, was du tun oder sagen möchtest und was nicht.
-
Nein, Hypnose ist ein Zustand fokussierter Aufmerksamkeit. Der Klient kann die Hypnose jederzeit selbstständig beenden und ins Alltagsbewusstsein zurückkehren.
-
Ich nutze die Dave Elman Induktion, da sie eine besonders schnelle und effektive Methode ist, um Menschen in den Trancezustand zu versetzen.
-
Ja, Hypnosetherapie ist eine sichere und gründlich erforschte Methode. Es ist wichtig zu verstehen, dass Hypnose nichts mit Kontrollverlust zu tun hat. Der Klient bleibt während der gesamten Sitzung bei Bewusstsein und kann die Sitzung jederzeit beenden, wenn er sich unwohl fühlt. Hypnose erfordert die volle Zusammenarbeit des Klienten und funktioniert nicht ohne seine Zustimmung.