Hypnose und ihre Wirksamkeit: neueste wissenschaftliche Studien

Männer sitzen an einem Schreibtisch mit Notizen und Laptops.

Der klassische Hypnotiseur, der auf einer Bühne steht, das Pendel schwingt und Menschen in einen tranceartigen Zustand versetzt, ist ein Bild, das viele im Kopf haben, wenn sie an Hypnose denken. Die Wissenschaft interessiert sich jedoch zunehmend dafür, was Hypnose wirklich leisten kann. Der neueste wissenschaftliche Überblick zeigt auf, wie klinische Hypnose in wissenschaftlichen Studien ihre beeindruckende Wirkung unter Beweis stellt.

Was haben die neuesten wissenschaftlichen Studien in Bezug auf Hypnose gezeigt? Aktuelle Studien konnten beweisen, dass Hypnose effektiv in unterschiedlichen Bereichen wie Schmerzreduktion, Angst und Stress und bei psychosomatischen Beschwerden wirkte. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zeigte sich Hypnose als sehr wirksam.

Im Folgenden gehe ich noch genauer auf die Ergebnisse der einzelnen Studien ein.

Hypnose in neuesten wissenschaftlichen Studien: Was sagt die Forschung?

Eine umfangreiche Metaanalyse aus dem Jahr 2024 hat 49 verschiedene Studien untersucht und insgesamt 261 wissenschaftliche Untersuchungen ausgewertet (Rosendahl et al., 2024). Das Ergebnis: Klinische Hypnose zeigt beeindruckende Ergebnisse in unterschiedlichen Bereichen, unter anderem Schmerzreduktion, Ängste und Stress.

1. Schmerzreduktion

In wissenschaftlichen Studien wird immer wieder der Nutzen von Hypnose bei der Schmerzlinderung bestätigt. Ob nach Operationen, bei chronischen Schmerzen oder bei medizinischen Eingriffen – Hypnose kann den Schmerz verringern und den Bedarf an Schmerzmitteln reduzieren. Eine Studie von Thompson et al. (2019) mit über 3.600 Teilnehmern zeigte, dass Hypnose eine echte Alternative zu pharmazeutischen Schmerzmitteln sein kann.

Die Wirksamkeit von Hypnose zur Schmerzlinderung hängt stark davon ab, wie empfänglich eine Person für Hypnose ist und ob spezifische Schmerzreduktionstechniken angewendet werden. Besonders bei Menschen, die gut auf Hypnose ansprechen (also eine hohe oder mittlere Suggestibilität haben), konnte eine signifikante Schmerzlinderung erreicht werden. So berichteten stark empfängliche Personen von einer Reduktion des Schmerzes um 42 %, und mittelmäßig empfängliche Personen um 29 %. Bei Personen, die weniger empfänglich für Hypnose sind, waren die Ergebnisse hingegen weniger bemerkenswert.

Diese Ergebnisse zeigen, dass Hypnose für viele Menschen eine effektive Methode sein kann, um Schmerzen zu lindern, und somit eine sichere Alternative zu Schmerzmitteln darstellen könnte.

Frau liegt auf dem Sofa mit geschlossenen Augen und jemand hält ihre Hand.

2. Angst und Stress

Hypnose ist wissenschaftlich anerkannt als effektive Methode, um Angst und Stress zu lindern. Die Forschung zeigt, dass Hypnose dabei hilft, den Geist zu beruhigen und innere Ressourcen zu aktivieren. Sie unterstützt Menschen dabei, stressbedingte Symptome zu verringern und das emotionale Wohlbefinden zu steigern.

Studien zeigen außerdem, dass Hypnose und Hypnotherapie nicht nur bei der Behandlung von Angst wirksam sind, sondern auch die Aktivierung des Nervensystems verringern und den beruhigenden Teil des Nervensystems stärken. Dies könnte helfen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, die durch eine Überaktivität des Nervensystems entstehen. Es sind jedoch noch weitere Untersuchungen nötig, um besser zu verstehen, wie Hypnose und Hypnotherapie das Herz-Kreislaufsystem auf neurophysiologischer Ebene beeinflussen und wie Körper und Geist miteinander verbunden sind (Leo et al.,2024).

3. Psychosomatische Beschwerden

Hypnose anerkannt als eine der wirksamsten nicht-medikamentösen Behandlungsoptionen für psychosomatische Beschwerden. Eine systematische Übersicht von Palsson et al. (2023) zeigt, dass Hypnose besonders bei Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom oder Migräne hilfreich ist.

Das Reizdarmsyndrom wird als Störung der Gehirn-Darm-Achse bezeichnet, da sowohl körperliche als auch psychische Faktoren eine Rolle spielen. Es können körperliche oder psychosoziale Faktoren oder eine Mischung aus beidem vorherrschen.

Eine spezielle Methode zur Behandlung vom Reizdarmsyndrom ist die sogenannte „darmorientierte Hypnose". Diese Technik kombiniert standardisierte, auf den Darm gerichtete Hypnosesuggestionen mit individuell angepassten Suggestionen, die auf die psychischen Eigenschaften des Patienten abgestimmt sind. Ein Beispiel für eine Suggestion könnte sein: „Mit jedem Atemzug entspannen sich die Muskeln deines Darms weiter. Die Krämpfe lösen sich auf, und du spürst, wie dein Bauch immer ruhiger und angenehmer wird.“

Unter den Verhaltenstherapien, die auf die Gehirn-Darm-Achse abzielen, haben kognitive Verhaltenstherapie und die darmorientierte Hypnose die stärksten Belege für ihre Wirksamkeit sowohl kurzfristig als auch langfristig in kontrollierten Studien.

4. Hypnose bei Kindern und Jugendlichen

Besonders bei jungen Menschen zeigte sich die Wirksamkeit von Hypnose. Eine Studie von Uman et al. (2013) fand heraus, dass Hypnose eine hervorragende Methode zur Behandlung von Angstzuständen und chronischen Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen ist. Ein wichtiger Aspekt der Studie war, dass Hypnose besonders bei jungen Menschen effektiv war, da sie mit einer sehr hohen Suggestibilität und einer lebendigen Vorstellungskraft in die Behandlung einsteigen.

Die Forscher fanden auch heraus, dass Hypnose im Vergleich zu anderen Methoden wie der traditionellen Schmerztherapie und der Psychotherapie mindestens ebenso wirksam oder sogar effektiver war, insbesondere in Kombination mit anderen therapeutischen Ansätzen.

Wie werden wissenschaftliche Studien zur Hypnose durchgeführt?

Hypnose gilt als wissenschaftlich untersucht. In der Forschung werden klare methodische Standards eingehalten. Bei vielen dieser wissenschaftlichen Arbeiten kommen randomisierte kontrollierte Studien zum Einsatz, um die Wirkung von Hypnose präzise zu messen. In solchen Studien wird eine Gruppe von Teilnehmern mit Hypnose behandelt, während eine andere Gruppe eine Scheinbehandlung erhält. Dies hilft dabei, den tatsächlichen Effekt der Hypnose zu bestimmen.

Ebenso wird in vielen dieser Studien auch eine Placebo-Kontrolle durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Wirkung nicht nur auf den Erwartungseffekt zurückzuführen ist. Um die Qualität wissenschaftlicher Studien zu bewerten, werden unter anderem Instrumente zur Bewertung der Qualität von systematischen Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen wie das AMSTAR 2-Tool (A Measurement Tool to Assess Systematic Reviews) genutzt. Es hilft, die methodische Strenge der Studien zu prüfen, indem es 16 Kriterien zur Beurteilung von Studienqualität und -verzerrung berücksichtigt, wie z. B. die Transparenz der Datenerhebung, das Risiko von Verzerrungen und die Vollständigkeit der Berichterstattung.

Mann sitzt vor einem Laptop und schaut interessiert aus.

Deine Chance, von der Forschung zu profitieren!

Die neuesten wissenschaftlichen Studien beweisen, dass Hypnose weit mehr ist als nur ein mysteriöser Trick – sie ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode, die in zahlreichen Bereichen wie Schmerzbehandlung, Stressbewältigung und der Behandlung von Depressionen tatsächlich hilft. Egal, ob du mit Angstzuständen kämpfst, unter Stress oder chronischen Schmerzen leidest – Hypnose könnte die Lösung sein, die du brauchst.

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Fragen und Antworten

  • Ja, Hypnose hat sich in zahlreichen wissenschaftlichen Studien als wirksam erwiesen, insbesondere bei der Behandlung von Angstzuständen, chronischen Schmerzen, Schlafstörungen sowie bei der Unterstützung von Verhaltensänderungen wie Raucherentwöhnung und Gewichtsreduktion. Forschungen zeigen, dass Hypnose Gehirnaktivitäten beeinflusst und positive Auswirkungen auf Symptome und psychische Zustände hat. Sie wird zunehmend als ergänzende Therapie in der Medizin und Psychologie anerkannt.

  • Hypnose gilt als seriös, wenn sie von qualifizierten Fachleuten, etwa von Hypnosetherapeuten durchgeführt wird. Sie ist wissenschaftlich anerkannt und wird zunehmend als ergänzende Therapie in der Medizin und Psychologie eingesetzt.

  • Ja, Hypnose kann bei der Behandlung psychischer Störungen hilfreich sein. Sie wird vor allem bei Ängsten, Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen eingesetzt und kann Symptome lindern, indem sie tiefe Entspannung fördert und die Denkweise beeinflusst. Ihre Wirksamkeit hängt jedoch von der Motivation des Patienten und der Kompetenz des Hypnotiseurs ab. In vielen Fällen zeigt sich, dass Hypnose eine wertvolle ergänzende Methode zur psychotherapeutischen Behandlung darstellt.

  • Im Allgemeinen kann jeder Mensch hypnotisiert werden. Personen, die besonders suggestibel sind und sich besonders gut auf Hypnose einlassen können, zeichnen sich nicht durch Leichtgläubigkeit aus, sondern haben meist eine ausgeprägte Vorstellungskraft und eine intensive Konzentration, die ihnen hilft, in eine tiefe Entspannung und Trance zu gelangen. Kannst du dich zum Beispiel leicht in einem Buch verlieren und dabei die Zeit vergessen? Das könnte ein Indikator dafür sein, dass du besonders suggestibel bist.

Quellen

Leo, D. G., Keller, S. S., & Proietti, R. (2024). “Close your eyes and relax”: the role of hypnosis in reducing anxiety, and its implications for the prevention of cardiovascular diseases. Frontiers in Psychology, 15, 1411835.

Palsson, O. S., et al. (2023). Systematic Review of Hypnosis for Irritable Bowel Syndrome. Gastroenterology Review.

Rosendahl, J., Alldredge, C. T., & Haddenhorst, A. (2024). Meta-analytic evidence on the efficacy of hypnosis for mental and somatic health issues: a 20-year perspective. Frontiers in Psychology, 14, 1330238.

Thompson, L., et al. (2019). Meta-analysis of Hypnosis for Pain Relief. Journal of Pain Management.

Uman, L. S., Birnie, K. A., Chambers, C. T., & McGrath, P. J. (2013). Hypnosis for pain and anxiety in children and adolescents: A meta-analysis. Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry, 52(10), 1026-1035. doi: 10.1016/j.jaac.2013.07.018.

Lena Berning

Dipl. Psychologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

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